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Rolex
Fastnet Cup 2003
Das Fastnet Rennen, eine der
weltweit wichtigstes Regatten in der Hochseeseglerszene, fand in 2003
nicht nur unter deutscher - sondern unter Eckeseyer Beteiligung
statt.
Dieses
Hochseerennen für Segelyachten startet vor Cowes auf der Isle of White
an der Südküste Englands. Von dort aus führt es in westlicher Richtung
durch den Kanal, vorbei an den Scilly Islands durch die für ihr schwer
berechenbares Wetter berüchtigte Irische See, um den Fastnet
Leuchtturm herum und zurück bis nach Plymouth.
Um es gleich
vorweg zu nehmen: im Gegensatz zu dem Rennen 1978, bei dem im Sturm 19
Regattateilnehmer getötet wurde und zahlreiche Yachten verloren
gingen, hatten wir das schönste Sommersegelwetter, das man sich nur
wünschen kann.
Teilnehmer dieses
Rennens sind alle wichtigen Proficrews der Segelszene, ambitionierte
Privatleute und inzwischen auch Veranstalter, bei denen man als
Einzelbucher einsteigen kann. Von dieser Möglichkeit habe ich Gebrauch
gemacht.
Die englische
Firma Girls for Sail bietet solche Events nur für Frauen an. Ich wurde
also Mitglied einer englischen Frauencrew – ein Abenteuer der
besonderen Art.
Als Vorbereitung
auf das große Rennen absolvierte ich meherere Wochenendtrips mit den
Girls. Das war nötig, um vor allem die englische Segelsprache perfekt
beherrschen zu lernen. Ganz nebenbei wurde ich auch noch mit
englischer Ernährung vertraut gemacht, auch etwas gewöhnungsbedürftig
– das Vorurteil hat sich bestätigt.
Es folgten
insgesamt 3 Vorbereitungsregatten. Damit mussten wir uns für die
Teilnahme an der großen Regatta qualifizieren. Weiterhin forderte der
Veranstalter – RYA – den Nachweis der Teilnahme an einem Lehrgang
„Überleben auf See“ sowie Erste Hilfe. Diese Lehrgänge hatte ich zum
Glück auf dem geforderten Niveau schon in Deutschland absolviert.
Andernfalls hätte ich noch ein paar zusätzliche Wochenenden in England
investieren müssen.
Wir waren eine
Crew von 9 Frauen zwischen 35 und 55 Jahren jung und aus Berufen von
Bankangestellten bis Topmanagerinnen. Alle kamen aus unterschiedlichen
Gegenden Englands, sprachen also mit verschiedenen Akzenten. Das war
eine weitere große Herausforderung für mich mit meinem Schulenglisch.
Trotz mancher
anfänglichen Verständigungsprobleme klappte die Integration so
nahtlos, dass wir alle bis heute in intensivem freundschaftlichen
Kontakt stehen.
Es ist ein
großartiges Gefühl, als eine von ca.150 Yachten unter Spinnaker einen
Regattastart in einem der berühmtesten Segelreviere der Welt zu
erleben.
Die großen
Profiyachten waren natürlich schnell voraus verschwunden, wir mit
unserer Sigma 38 brauchten schon etwas länger.
Wir hatten einen
Start bei strahlendem Sonnenschein, aber wenig Wind. Das führte dazu,
dass wir nach ca. 2 Stunden gemächlichen Segelns erst mal ankern
mussten, damit uns die einsetzende Tide nicht wieder zurücktreiben
konnte. Sechs Stunden später ging es dann weiter. Während des gesamten
Rennens hatten wir nur 3 Tage lang richtig schönen Starkwind,
ansonsten war Sonnenbaden angesagt.
Unvergesslich
bleiben die sternklaren Nächte mit Vollmond, Sternschnuppen und dem
ruhigen Dahingleiten über das glitzernde Wasser, in der Bugwelle
spielende Delphine, Seevögel aller Art und das ständig wechselnde
Licht auf dem Wasser.
Wir hatten im
Wechsel 3 Stunden Wache, 3 Stunden Freiwache. Wache bedeutet Steuern,
Navigation, Segelwechsel, Zubereiten von Mahlzeiten und (ganz
wichtig!) Unmengen von Tee, Freiwache dient der Erholung und dem
Kräftesammeln.
Das Erlebnis der
Freundschaft und des Teamgeistes und nicht zuletzt nach 9 Tagen
Regattasegelns unter teils ziemlich einfachen Bedingungen an Bord die
rauschende Siegesfeier nach unserer Ankunft in Plymouth, wo wir wie
die ganz großen mit einem Kanonenschuß begrüßt wurden bleibt eine der
wichtigsten Erfahrungen.
Wie sagt man in
England: an experience for a lifetime !
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